Radreise durch Vietnam

Vietnam mit dem Fahrrad erkunden


Vietnam blickt seit Jahren auf einen sich stark entwickelnden Tourismus. Längst ist es in gehobener Umgebung möglich, das besondere Land Südostasiens für sich zu erkunden. Wer im Rahmen einer Rundreise möglichst viele verschiedene Facetten erblicken möchte, kann dabei auf die authentischste Art der Fortbewegung zurückgreifen: Das Fahrrad blickt in Vietnam auf eine lange Tradition und ist nicht aus dem Straßenbild wegzudenken. Für Reisende bietet sich damit die Möglichkeit, die Sehenswürdigkeiten des Landes aus einer völlig neuen Perspektive zu erkunden. Die Radreise durch Vietnam von Da Nang bis Hue hält einmalige Erlebnisse bereit!

Da Nang entdecken


Bereits mit der Ankunft in der pulsierenden Metropole Da Nang ist ein Einblick in die Kultur des Landes verbunden. An der Küste gelegen entwickelte sich der Ort von einem unbedeutenden Fischerdorf zu einem wichtigen Verwaltungszentrum des Landes. Eingebettet ist der Ankunftsort in die religiös bedeutenden Marble Mountains, die den Süden der Stadt abgrenzen. Zu einem beliebten Ankunftsort entwickelte sich die Destination nicht nur aufgrund des internationalen Flughafens. Weiterhin wartet mit dem Khe Beach einer der schönsten Strände Vietnams darauf, entdeckt zu werden.

Trotz dieser hervorragenden Anlagen läuft Da Nang keineswegs Gefahr, von Touristen überrannt zu werden. Die großzügige Stadtanlage bietet noch immer die Möglichkeit, sich von der Hektik anderer Großstädte abzugrenzen. Die Strecke nach Hue eignet sich wunderbar, um bis zu den Wurzeln des Landes vorzustoßen und einen Eindruck der besonderen Traditionen und Kulturen zu gewinnen. Bereits die erste Etappe nach Hoi An bietet die Chance, die zeremoniellen Orte historischer Tempelanlagen zu entdecken, um noch enger mit Land und Leuten in Kontakt zu treten.

Mit Hoi An befindet sich eine der wichtigsten Altstädte des Landes in unmittelbarer Reichweite. Trotz aller Widrigkeiten gelang es dort, das historische Bild zu bewahren. Ein genüsslicher Bummel durch die schmalen Straßen offenbart Einblicke in die japanische und französische Kolonialzeit. Seit dem 16. Jahrhundert stellte Hoi An einen bedeutenden Umschlagplatz für Waren dar. Nach der Erhebung zum Weltkulturerbe im Jahr 1999 werden keine Mühen gescheut, um den authentischen Eindruck zu erhalten. Besucher können den Quan-Cong-Tempelfür sich entdecken, über die berühmte japanische Brücke gehen oder das pulsierende Leben des Zentralmarktes in sich aufsaugen. Wer mit dem Fahrrad durch Vietnam reist, kann den Ort geruhsam umrunden und den Tag mit einem Sonnenuntergang am alten Hafen ausklingen lassen.

Das abgelegene Weltkulturerbe von My Son lässt sich ebenfalls mit dem Fahrrad erreichen. Mehr als 70 Tempel sind dort von der Kultur der Cham erhalten, die sich vor knapp 2.000 Jahren in Vietnam entwickelte. Die große Neuentdeckung feierten die Tempel bereits im 20. Jahrhundert. Kurz nach der Erhebung zum Weltkulturerbe begannen groß angelegte Ausgrabungen, von denen sich Wissenschaftler weitere Erkenntnisse über die weitgehend unbekannte Hochkultur erhoffen. Die gesamte Anlage My Sons ist für Touristen zugänglich, während Informationstafeln über die besonderen Hintergründe aufklären.

Südasiatisches Flair in Hue genießen


Mit der nächsten rund 30 Kilometer langen Tagesetappe geht es nach Hue. Über viele Jahrhunderte war dort die Residenz der Kaiser beheimatet. Bis heute ist es möglich, die politische Bedeutung am Städtebild festzumachen. Der prächtige erhaltene Teil der alten Zitadelle vermittelt einen Eindruck des Prunks, der sich dort einst vor Jahrhunderten entfalten konnte. Wichtige buddhistische Glaubenszentren, wie zum Beispiel der Thien Mu-Pagode Tempel, verleihen Hue zudem eine besondere spirituelle Bedeutung.

Auch für romantische Momente zu zweit ist in Hue gesorgt. Täglich werden Bootsfahrten auf dem mächtigen Sông Hương angeboten. In kleinen traditionellen Holzboten ist gar die Einfahrt in den historischen Kern der Stadt möglich, in dem die Kanäle rechteckig angeordnet wurden. Eine ganz besondere Atmosphäre ist in den Abendstunden mit jener Ausfahrt verbunden, die den Blick auf die untergehende Sonne freigibt.

Strecken für jeden Schwierigkeitsgrad


Nicht jeder sucht beim Aufenthalt in Vietnam die besondere sportliche Herausforderung. Und keineswegs ist es notwendig, sich selbst an körperliche Grenzen zu bringen, um die Strecke zurücklegen zu können. Die Tour von Da Nang nach Hue kann auf ebenem Terrain bei guten Straßenverhältnissen absolviert werden. Dadurch erhält die Fahrt mit dem Rad eine erholsame Komponente und eignet sich besonders gut für Fahrer aller Altersklassen. Zu jeder Zeit steht zudem ein Begleitfahrzeug zur Verfügung, um auf alle Eventualitäten gut vorbereitet zu sein. Gleichsam finden sich vor Ort immer wieder Möglichkeiten, um die Herausforderung anzupassen und neue Pfade zu entdecken. So passt sich der Schwierigkeitsgrad der Fahrradreise durch Vietnam genau den eigenen Vorstellungen an.

Wer sich gleichsam für die bewegte Geschichte des Landes interessiert, die eng mit dem Fahrrad verbunden ist, kann den Ho Chi Minh Trail für sich entdecken. Während des Vietnamkriegs wurden Versorgungsgüter für abgelegene Gebiete zu großen Teilen auf Fahrrädern transportiert. Die Einheimischen Verbände waren dadurch im unwirklichen Terrain deutlich mobiler und konnten stets den Rückgriff auf Nachschub sicherstellen. Heute haben Reisende die Möglichkeit, selbst auf dem Ho Chi Minh Trail unterwegs zu sein und dadurch einen Eindruck von der besonderen Bedeutung des Fahrrads für das gesamte Land zu erhalten.

Kulinarische Highlights in Vietnam


Die über lange Zeit nur in losem Kontakt stehenden Regionen Vietnams entwickelten unterschiedliche kulinarische Feinheiten. Als eine der besten Küchen gelten die Speisen in Hue. Vielseitige Einblicke liefern die zahlreichen Garküchen am Straßenrand, die sich auf wenige Gerichte spezialisieren. Ein wahrer Klassiker, den es dort zu entdecken gibt, ist das Nationalgericht Pho. Die würzige Suppe mit Reisnudeln, frischem Gemüse und etwas Fleisch wird von den Einheimischen sogar als Frühstück verzehrt.

Besonders in Da Nang warten zudem zahlreiche Restaurants darauf, entdeckt zu werden. Für einheimische Küche in ausgezeichneter Form ist etwa das Lang Nghe bekannt. Dort gibt es kulinarische Highlights aus allen Ecken des Landes bei gemütlicher Atmosphäre zu entdecken. Weiterhin ist es möglich, besondere Vertreter der europäischen Küche anzutreffen. International bekannt ist etwa das Restaurant Le Bambino, welches in Da Nang besondere Kreationen für seine Gäste zu bieten hat.

Die beste Reisezeit für die Radreise in Vietnam


Doch was ist nun die beste Reisezeit, um mit einer Radreise Vietnam zu erkunden? Das Land trägt die Besonderheit dreier Klimazonen in sich, die für unterschiedliche klimatische Bedingungen in den Landesteilen sorgen. Dennoch ist Vietnam ganzjährig zu bereisen. In Nordvietnam zeichnet sich das Klima durch milde Winter und feucht-heiße Sommer aus. Zwischen Mai und September finden Reisende dort angenehme Bedingungen vor, was nicht zuletzt den vielen Sonnenstunden zuzuschreiben ist.

Auch in Zentralvietnam, wo das tropische Klima deutliche Auswirkungen zeigt, ist die Periode von Mai bis September empfehlenswert. Ganzjährig angenehme Temperaturen bietet Südvietnam. Trotz der hohen Luftfeuchtigkeit entscheiden sich Urlauber zwischen November und April für eine Reise in diesen Teil des Landes und entfliehen damit dem kühlen europäischen Winter.

Besondere Momente: Feiertage in Vietnam


In die besonders ansprechende Reisezeit fällt sogleich einer der wichtigsten Feiertage des Landes. Das Neujahrsfest Net Nguyen Dan wird fünf Tage lang ausgiebig gefeiert. Wichtig sind die letzten beiden Tage des letzten Monats und die ersten drei Tage des ersten Monats im Mondkalender. Damit fällt Net Nguyen Dan mit dem chinesischen Neujahrsfest zusammen und wird zumeist Ende Januar abgehalten. Reisende können hier erleben, wie sich das ganze Land in einen Ausnahmezustand begibt. Geschäfte, Behörden und Schulen sind in jener Zeit geschlossen, wodurch das öffentliche Leben zum Stillstand kommt. Die Einheimischen nehmen sich in dieser Zeit frei, um den Fokus ganz auf die Feierlichkeiten zu richten.

Große Paraden, Volksfeste und kulturelle Veranstaltungen fallen jedoch nicht nur auf das Neujahrsfest. Weiterhin wird alljährlich am 30. April das Fest der Wiedervereinigung begangen. In Kombination mit dem Tag der Arbeit, der auch in Vietnam auf den 1. Mai fällt, ergibt sich daraus ein doppelter Feiertag. Für Reisende lohnt es sich, selbst an den farbenfrohen Feierlichkeiten teilzunehmen, die in großen Städten wie Da Nang und Hue stets präsent sind. 

Feiertag mit der größten politischen Bedeutung ist der 2. September. An diesem Datum begehen die Vietnamesen die Feierlichkeiten zur Unabhängigkeit von der französischen Kolonialmacht, die im Jahr 1945 erreicht werden konnte. Hinsichtlich der Datierung erweist sich das Land als durchaus flexibel: Fällt das Datum auf einen arbeitsfreien Sonntag, so werden die Feste um einen Tag verschoben.